Irgendwo in Afrika

Während sich im Kongo Kinder gegenseitig abschlachten, versucht ein UN-Kriegsgericht in Arusha, Tansania, immer noch, die unfassbaren 94er Massaker in Ruanda aufzuarbeiten. Von 65 anhängigen Verfahren wurden erst 15 abgeschlossen.

Immer noch auf seinen Prozess dort wartet auch Protais Zigiranyirazo, der vermutlich den Mord an der Wissenschaftlerin Dian Fossey ("Gorillas im Nebel") in Auftrag gegeben hat. Ich hatte mal versucht, eine Geschichte darüber zu verkaufen. Wollte aber niemand haben. Ist ja nur irgendwo in Afrika. Ein Ausschnitt:

Dian Fossey musste ihr Engagement am 26. Dezember 1985 mit dem Leben bezahlen. Der Mord an der Forscherin wurde niemals aufgeklärt. Doch der vermutliche Auftraggeber, der Ruander Protais Zigiranyirazo, sitzt mittlerweile in Haft. Er war Schwager des damaligen ruandischen Präsidenten und gehörte zum inneren Zirkel der Macht. Vermutlich organisierte er den Schmuggel mit Gold, Diamanten und Wildtieren in Ruanda, und Dian Fosseys Arbeit wurde zu einer Gefahr. Doch man weiß es nicht genau.
Sicher scheint hingegen, dass „Mr. Z“ 1994 zu den Initiatoren der grauenhaften Massaker im ruandischen Bürgerkrieg zählte. Nachdem er jahrelang mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde, konnte Zigiranyirazo 2001 in Belgien festgenommen werden. Derzeit wartet er auf seine Verhandlung vor dem UN-Kriegsverbrecher-Tribunal für Ruanda in der tansanischen Stadt Arusha. Der Mord an der Amerikanerin wird nach Angaben des UN-Gerichts darin allerdings keine Rolle spielen.

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